Am Slogan, der hier stehen soll, wird noch geknobelt ;-)

Neuerdings wird abkassiert

Schlechte Nachrichten: Reisen in die USA werden teurer. Genauer gesagt: Einreisen. Touristen müssen seit dem 8. September 2010 nämlich eine Einreisegebühr in Höhe von 14 Dollar entrichten. Der Betrag wird für alle Besucher fällig, die kein Visum benötigen.

Die Vereinigten Staaten bitten damit zum einen die Touristen für ihr elektronisches Einlass-System ESTA zur Kasse. Das ist ziemlich unverschämt und ungefähr so, als würde Deutschland seinen Besuchern Kosten für den Bundesgrenzschutz aufs Auge drücken. Der größere Teil des Betrags (10 Dollar) soll jedoch der Förderung des Tourismus dienen. Auch das ist bizarr. Hintergrund: Seit Ronald Reagan in den 1980-er Jahren das Fremdenverkehrsamt abgeschafft hat, gibt es in den USA keine staatliche Tourismusförderung mehr. Das Land hatte es wohl auch nicht nötig. Präsident Barack Obama unterzeichnete nun ein „Tourismusförderungsgesetz“ – und bittet dafür ausgerechnet die Besucher zur Kasse, die ohnehin schon genug Geld in den Vereinigten Staaten lassen. So kann man Marketing auch machen.

Bild "News:esta.jpg"Zahlbar sind die 14 Dollar künftig per Kreditkarte, wenn man sich auf der ESTA-Webseite (>>> siehe hier) für einen beabsichtigten USA-Aufenthalt registriert. Bisher war die Nutzung des elektronischen Einreisesystems kostenlos. Zur Erinnerung: Seit 2009 ist diese Einreisegenehmigung für alle visafrei einreisenden Touristen Pflicht. Man muss den Antrag spätestens 72 Stunden vor der Einreise stellen. Er gilt für zwei Jahre und muss dann erneuert werden. Auch wenn man einen neuen Pass hat, braucht man eine neue Registrierung. Übrigens ist es nicht nötig, die ESTA-Bestätigung, die man sich zu Hause ausgedruckt hat, bei der Einreise vorzulegen. Wir haben auf Flughäfen schon viele USA-Besucher damit herumwedeln gesehen. Den Aufwand kann man sich schenken. Wer eine Bestätigung erhalten hat, der ist „drin“ im Computer. Und weil das so ist, empfehlen wir, bei der Online-Registrierung nicht seinen gesamten Lebenslauf zu erzählen, sondern ausschließlich die mit Stern gekennzeichneten Pflichtfelder auszufüllen.

Die EU hat pflichtgemäß gegen die neue Gebühr protestiert. "Ich bleibe davon überzeugt, dass diese neue und nur für Reisende ohne Visa geltende Regelung unvereinbar mit der Verpflichtung der USA zur Erhöhung der transatlantischen Mobilität ist", so die zuständige EU-Kommissarin Cecilia Malmström. Recht hat sie. Das Problem ist nur: Davon wird sich Barack Obama wenig beeindrucken lassen. Oder mit anderen Worten: Was kümmert es den Stier, wenn man ihn ins Horn zwickt.

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