Am Slogan, der hier stehen soll, wird noch geknobelt ;-)

Eine Lady als Symbol für das Land der Freien

Gedacht war sie als weithin scheinendes Zeichen für Freiheit und Demokratie, geworden ist sie ein Symbol der Einwanderer nach Amerika: Millionen von ihnen, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts in die USA kamen, sahen auf Ellis Island vor den Toren New Yorks, wo die Einwanderungsbehörde über ihr Schicksal befand, als erstes die grün schimmernde Statue gleich gegenüber. Jetzt ist sie 125 Jahre alt geworden – und wird für die Touristen wegen dringender Renovierungsarbeiten erst einmal geschlossen. Die Freiheitsstatue umweht wie kaum ein anderes Bauwerk nicht nur der kalte, vom Atlantik hereinkommende Wind, sondern auch die Idee von Amerika – als „Land of the free and the home of the brave", wie es in der Nationalhymne heißt: das Land der Freien, die Heimat der Tapferen - ein Sehnsuchtsort. Über ihnen scheint ihre Fackel auch nach 125 Jahren noch zu leuchten, auch wenn nicht alle frei und manche nicht tapfer sind. Wen stört’s: Als Quell der Inspiration taugt die Lady nicht nur für Amerikaner.

Bild "News:statue_3.jpg"Die Idee für die Statue stammt von einem französischen Politiker. Édouard Lefebvre de Laboulaye war ein glühender Anhänger der amerikanischen Freiheitsideale, weshalb er vorschlug, den Amerikanern zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit ein Geschenk zu machen. Das war 1865. Es blieben elf Jahre bis zum Unabhängigkeitstag – für derartig geschichtsträchtige Unternehmungen eine eher kurze Zeit. Da machte es sich gut, dass der Bildhauer Frédéric-Auguste Bartholdi gerade ein Monument in Planung hatte, das der Eröffnung des Suezkanals gewidmet sein sollte. Bartholdi dachte an einen Leuchtturm in Frauengestalt, und da sich das Suez-Projekt gerade zerschlagen hatte, holte er es für die Amerikaner wieder aus der Schublade. An einem Modell, das der Statue das von entschlossenen Zügen bestimmte Gesicht leihen sollte, mangelte es auch nicht – Bartholdi nahm kurzerhand seine eigene Mutter.

Die Amerikaner waren zunächst nicht wirklich begeistert, weil zwar ein Ort für das Monument vor den Toren New Yorks schnell ausgesucht war. Doch den Sockel sollten sie selbst bauen – und bitteschön auch bezahlen. Es war an dem berühmten New Yorker Verleger Joseph Pulitzer, nach dem später der berühmte Preis für Publizistik benannt wurde, eine große Spendenaktion zu starten. Der Geldeingang verlief zäh, dennoch kamen 100.000 Dollar zusammen, genug um das Fundament zu bauen, auf dem die 46 Meter hohe bronzene Darstellung der römischen Freiheitsgöttin Libertas ihren Platz finden konnte. Doch erst 1884 wurde die Statue, die den rechten Arm mit einer Fackel in die Höhe hält und in der linken Hand eine Tafel mit der Unabhängigkeitserklärung der USA trägt, in Frankreich fertig gestellt, anschließend in 350 Einzelteilen in die USA transportiert und dort wieder aufgebaut. Als sie endlich vor den Toren New Yorks stand, war das 100-jährige Unabhängigkeitsjubiläum schon zehn Jahr vorüber. Am 28. Oktober 1886 erfolgte mit viel Pomp die Einweihung.

Seitdem hat Lady Liberty eine Menge hinter sich gebracht. Sie stand Kulisse sowohl für Alfred Hitchcock als auch für zahllose Hollywood-Schinken, gern auch für Fiction-Werke, bei denen die Dame samt Fackel eindrucksvoll im Meer versinkt als Symbol für den Weltuntergang. Doch untergegangen ist weder die Statue noch sind es die Ideen, die Menschen nach wie vor mit ihr verknüpfen. Aber in die Jahre gekommen ist die Dame. Vor ihrem 100. Geburtstag musste sie sich einem Gesundheitscheck unterziehen, und so manches kam ans Licht: Sie stand nicht mehr fest, der Kopf saß schief, das Gerüst rostete. Einsturzgefahr. Aus diesen Gründen wurde das Monument 1984 zwei Jahre lang generalüberholt. Das tragende Skelett und die Fackel wurden ausgewechselt.

Doch nicht nur der Rost setzte der Freiheitsstatue im Lauf der Zeit zu. Nach den Terroranschlägen von 2001 wurde sie geschlossen und bekam für Millionen Dollar ein neues Warnssystem. Der Sockel wurde 2004 wiedereröffnet, die Aussichtsplattform in der Krone erst am Unabhängigkeitstag 2009. Doch nur 240 Besucher dürfen täglich die 354 Eisenstufen nach oben steigen. Nun erhält die Statue erneut eine Innenrenovierung. Nur außen wird davon nichts zu sehen sein. Das Symbol kann weiter strahlen.

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