Am Slogan, der hier stehen soll, wird noch geknobelt ;-)

Neugierige Behörde - der gläserne Passagier

„Secure Flight Program" heißt das Zauberwort, das Sicherheit bieten soll, aber auch jede Menge Verdrießlichkeit schafft. Neueste Verkomplizierung: Alle Airlines im Flugverkehr mit den USA sind seit November 2010 verpflichtet, bei jeder Buchung personenbezogene Daten ihrer Passagiere einzuholen und an die Transportation Security Administration (TSA) weiterzugeben. Der Hintergrund: Die TSA gleicht die Daten mit ihren aktuellen Fahndungslisten ab.

Mindestens folgende Angaben müssen – unabhängig vom Zeitpunkt einer Flugbuchung – 72 Stunden vor Ablug an die US-Transportsicherheitsbehörde übermittelt werden: Der vollständige Name wie im Reisepass angegeben, das Geburtsdatum, das Geschlecht und gegebenenfalls eine Redress-Nummer. (Hinweis: Eine Redress-Nummer muss nur derjenige beantragen, der fälschlicherweise bereits einmal beim Datenabgleich in den USA als Person auf einer Fahndungsliste identifiziert worden ist.) Die Regelung gilt für alle internationalen Flüge in die und aus den USA, darüber hinaus für alle weltweiten Flüge aller US-amerikanischen Fluggesellschaften sowie für inneramerikanische Strecken.

Bild "News:check_in_1.jpg"Bei Buchungen im Reisebüro oder beim Veranstalter braucht sich der Reisende selbst nicht kümmern – der Service wird automatisch übernommen. Wer allerdings bei Airlines oder im Internet selbst bucht, sollte darauf achten, dass die Angaben vollständig sind. Zum Problem könnte die Regelverschärfung für Passagiere werden, die ihren Flug lange Zeit im Voraus gebucht haben. Hier bieten die Airlines aber auf ihren Internetseiten die Möglichkeit, die Daten zu checken und die fehlenden notfalls nachzureichen. Das Problem ist nur: Reisende dürfen nicht vergessen, sich tatsächlich darum zu kümmern.

Denn: Wird die Datenangabe versäumt, kann das dramatische Folgen haben. Die Fluggesellschaft kann die Buchung streichen und die Ticketausstellung unterbinden. Die Folge: Der Passagier wird nicht befördert.

Doch es kommt noch dicker: das APIS-Formular. Alle Reisenden, die in einem Reisebüro buchen, erhalten es dort. Das "Advanced Passenger Information System" ist ein Beleg für die Neugier der US-Behörden, denn das Formular umfasst noch viel mehr Details. Neben den oben genannten Mindestangaben werden hier noch abgefordert: Reisepassnummer, Ausstellungsland und Ablaufdatum des Reisepasses, Staatsangehörigkeit, Wohnsitzland, eine vorübergehende Adresse in den USA inkl. Hausnummer, Straße, Stadt, Staat und Postleitzahl. Letzteres wird in den meisten Fällen das erste aufzusuchende Hotel sein. Auch diese Daten müssen von den Fluggesellschaften verpflichtend an die TSA, eine Unterbehörde des Department of Homeland Security, übermittelt werden.

Wer seinen Flug online bei einer Airline bucht, kann die APIS-Daten meist gleich mit eingeben (z.B. bei der Lufthansa). Hat man bereits gebucht und muss noch etwas nachtragen, geht dies mittels Buchungsnummer. Die Airlines bemühen sich, es dem Passagier an dieser Stelle wenigstens etwas zu erleichtern. Insgesamt bleibt der Eindruck: Wieder ein Stück mehr Bürokratie, und wieder ein Stück hin zum gläsernen Passagier.

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